Willkommen in England

Ein Jahr in Weymouth

 
08August
2017

Das Ende meines Auslandsjahres

Hey ihr!

Ich muss gestehen, es tut mir soooo leid, dass ich so lange nichts Neues geschrieben habe. Durch den Wechsel von England zu Deutschland kam ich nicht wirklich dazu – oder ich war zu faul. laughing  Naja, jedenfalls werde ich euch nun berichten, was in den letzten Tagen in Weymouth passiert ist und wie ich nach Hause gekommen bin!

Ein paar Wochen vor meiner Abreise aus Weymouth haben wir uns als Team zusammen gesetzt und indisch gekocht, beziehungsweise hat das Jonathan, unser Inder, gemacht. Das Essen war nämlich ein Abschiedsessen für ihn, da er wegen seines Visums schon eher nach Hause fliegen musste. Inder essen traditionell auf dem Boden sitzend und benutzen meist kein Besteck, sondern einfach die Hand – die rechte Hand, wohl bemerkt. Es gab Reis und indisches Curry zu essen. Schließlich mussten wir uns alle von ihm verabschieden, was schon ein Vorgeschmack war auf den Abschied, der ein paar Wochen später folgen sollte.

Gegen Ende meiner Zeit in Weymouth haben wir als Team nochmal ein schönes Abendessen veranstaltet und unsere Gastfamilien und Pastoren eingeladen um einfach 'Danke' zu sagen. Wir kochten dafür verschiedene Gerichte. Insgesamt war es ein schöner Abschluss für uns alle.

Unten: Andy, ich und Carol (meine Gasteltern)

Unsere Arbeit in Schulen ging ebenfalls zu ende. Wir bekamen Geschenke und musste uns von den Schülern verabschieden. In der einen Grundschule hatte ich jede Woche mit Schülern einer ersten Klasse gelesen. Beim allerletzten Mal fing dann ein Mädchen an zu weinen, brachte mir einen ganzen Stapel gemalte Blätter und sagte, wie sehr sie mich vermissen würde und sie nicht wollte, das ich ging. ("Vermisse dich so sehr, will nicht dass du gehst" / "Ich mag dich so sehr")

Schließlich musste wir alle für die letzten Tage in England zu einem Abschlussseminar. Florian, Larissa und Keira fuhren schon ein paar Tage eher, da sie alle ein weiteres Jahr mit Pais machen werden. Also beschäftigte ich mich selbst, indem ich an den Strand oder joggen ging und Gemeindeveranstaltungen besuchte.

Am 12. Juli war es soweit. Ich musste mit dem Fernbus von Weymouth aus nach Burnley (im Norden Englands, nicht weit von Manchester entfernt) fahren. Meine Reise dauerte insgesamt elf Stunden. In Burnley hatten wir zwei Seminartage, bei denen sich alles um das vergangene Jahr, sowie die Wiedereingliederung in die heimische Kultur drehte. Am Ende gab es noch eine 'Graduation', also so etwas wie eine feierliche Abschlussfeier. Wir zogen uns alle schick an, wurden einzeln auf die Bühne gerufen und bekamen unser Zertifikat.

Oben: Zwei Gruppenbilder am Tag unseres Abschlusses

Unten: Florian, ich, Larissa, Keira

Unten: das Weymouth-Team und das Exeter-Team (Exeter ist zwei Stunden westlich von Weymouth)

links hinten: Maria (D), Larissa (D), Laura (USA), Chloe (Schottl.), ich

links vorn: Florian (D), Keira (USA), David (D)

Unten: Keira und ich / Larissa, Keira und ich

Während dieses Tages ging dann plötzlich mein Rucksack verloren. Ich bekam eine Panikattacke, denn in meinem Rucksack befanden sich Ausweise, Geld, Handy, Flugtickets und alles Mögliche. Aber Gott hat dafür gesorgt, dass mein Rucksack auftauchte und ich am nächsten Morgen zum Flughafen fahren durfte – das war der 16. Juli, ein Sonntag!

Am Flughafen traf ich noch zwei ander deutsche Mädels: Hanna und Leah

Ich flog von Manchester nach Nürnberg und wurde dort von meiner Familie abgeholt. Es war wunderschön wieder zuhause zu sein, in meinem eigenen Bett schlafen zu können, deutsches Brot zu essen, … Mit Kulturschock hatte ich keine großen Probleme. Nur fiel mir beim Einkaufen mit meiner Mutter auf, wie unfreundlich Deutsche doch manchmal sind. Aber ich gewöhnte mich schnell an alles und freute mich Sachen mit meinen Schwestern und Freunden zu unternehmen.

Unten: Flug, Ankunft am Flughafen, Ankunft zuhause

Vom 31. Juli bis 5. August musste ich noch einmal verreisen, nämlich nach Karlsruhe, wo das deutsche Abschlussseminar stattfand. Dort trafen sich alle Deutschen, die eben in England, Nordirland und Kalifornien gewesen waren, sowie die 'Neuen', deren Jahr noch bevor stand. Wir hatten eine super Zeit zusammen, tauschten uns aus und hatten Seminare über das Jahr, Kulturschock, Zukunft und was noch alles. Am Ende bekamen wir alle unsere IJFD-Bescheinigung.

 

Das war's. Ein Jahr mit Pais. Ein Jahr in England, in Weymouth. So schnell ist es vorbei!

Wenn ich nun auf dieses Jahr zurück blicke, merke ich, wie sehr es mich verändert hat. Ich habe gelernt selbstständig von zu Hause weg zu sein. Ich bin in Kinder- und Jugendarbeit gewachsen, habe mir viel neues Bibelwissen und Leiterfähigkeiten angeeignet und bin auf jeden Fall stärker im Glauben geworden. Das ist womöglich die größte Veränderung. Gott hat so viel an meinem Charakter gearbeitet, vor allem in der letzten Zeit in Weymouth. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was ich alles gelernt und wo ich mich verändert habe. Ich weiß nur, dass es so ist.

Das Jahr war keinesfalls leicht. Wenn man missionarische Arbeit tut, dann erlebt man auch Widerstand und Zeiten, in denen man am liebsten aufgeben würde. Aber Gott hat mich durch getragen und ich bin so froh, dass ich mich für dieses Jahr entschieden habe. Danke auch für alle eure Unterstützung und eure Gebete!

 

Leider war das nun mein letzter Blogeintrag, da mein Jahr in England vorbei ist. Doch es gibt gute Neuigkeiten und vielleicht wisst ihr es schon: Ich führe einen anderen Blog weiter! innocent

Im Frühling kam mir die Idee einen christlichen Blog namens 'Fischernetz' zu erstellen, weil ich gern schreibe und mich mein Glaube an Gott bewegt. Auf diesem Blog schreibe ich über verschiedene Themen: Glaube, Gemeinschaft, Bibel, Leben, … Alles, was mich so in meinem täglichen Alltag bewegt. Vielleicht schaut ihr mal rein!

www.annemarieschmidt.wixsite.com/fischernetz

Danke für eure Teilnahme an meiner Reise durch dieses Jahr! Gott segne euch!

Eure Annemarie ♥

 

17Juni
2017

Sommer in Weymouth

Willkommen zu meinem 20. Blogeintrag, was bedeutet, dass sich das Jahr langsam dem Ende nähert. Nur noch 4 Wochen! Aber kein Grund traurig zu sein. Immerhin ist es Sommer und auch in Weymouth steigen die Temperaturen, auch wenn es nur bis 23°C werden (was sich aber trotzdem wie 30°C anfühlt!)

Ich war jetzt schon mehrmals am Strand und bin schwimmen gegangen. Um genau zu sein, war ich heute sogar am Strand. Schon cool, wenn man das Meer praktisch vor der Haustür hat und man dort das sonnige Wochenende genießen kann! cool

Vor ein paar Wochen war ich mal ein wenig sportlich unterwegs. Um für Pais Spenden zu sammeln, haben wir als Team einen 10-Kilometer-Marsch veranstaltet. Zusammen mit ein paar anderen Leuten begannen wir unsere Wanderung auf Portland, liefen hinunter zum Chesil Beach und wanderten dann herüber nach Weymouth. Nach den 10 Kilometern kamen wir in Weymouth an und hatten ein Picknick.

Gleich nach der Wanderung hatten die Schulen eine Woche Ferien. Wir hatten im Voraus beschlossen, in Littlemoor einen Kids Club an jedem Tag der Woche zu veranstalten. Jedoch mussten wir feststellen, dass, trotz ausreichender Werbung, keine Kinder kamen. Warum auch immer. Nur an einem einzigen Tag kamen vier Kinder, mit denen wir dann Spiele spielten. Manchmal läuft eben nicht alles so, wie man sich es wünscht.

(2 Bilder vom Hafen)

Der 11. Juni war ein ganz besonderer Tag für mich und das Mädchen Jo, das ich mentore. Vor ein paar Monaten haben wir über Taufe gesprochen und ich habe sie dazu ermutigt, darüber nachzudenken. Schließlich hatte sie sich dafür entschieden, sich taufen zu lassen. Vor einer Woche war es soweit. Sie wurde im Gottesdienst in der St Aldhelms Kirche getauft. Es war richtig cool dabei zu sein. Es zeigt mir auch, dass ich etwas hier in Weymouth bewirken konnte.

(Bilder: Jo's Taufe/ Jo und ich)

Ich habe mich mittlerweile an drei Unis beworben und hoffe, dass ich irgendwo angenommen werde. Wenn ihr wollt, könnt ihr auch dafür beten. Ansonsten könnt ihr einfach für die restliche Zeit des Teams hier in Weymouth beten und dass Gott unser Heimkommen segnet.

Ich muss sagen, ich freue mich schon riesig auf Zuhause, auf meine Familie, auf die Gemeinde...! Es wird mir natürlich schwer fallen, hier weg zu gehen, aber ich kann es auch kaum erwarten, etwas Neues anzufangen!

Also bis bald! Eure Annemarie

 

20Mai
2017

Nur noch 8 Wochen!

Hey ihr! Drei Wochen sind schon wieder seit meinem letzten Blogpost vergangen! Nun sind es nur noch acht Wochen, bis ihr mich wieder in Deutschland seht! Ich muss sagen, dass ich mich schon darauf freue. Natürlich gefällt es mir hier super, aber ich habe dann doch mal wieder Lust auf guten Döner, deutsches Brot und Autofahren. Außerdem freue ich mich auch auf meinen neuen Lebensabschnitt. Aber jetzt erst einmal was zu den vergangenen Wochen.

Am 5. Mai hatte Andy, mein Gastvater, Geburtstag und am Tag darauf feierten wir, denn es war nicht irgendeinen Geburtstag, sondern seinen 60.! Wir grillten und aßen zusammen und es waren viele Leute aus der Kirche da.

Abends fuhr ich dann nach Dorchester (10-15 Minuten von Weymouth) zum 'Intervene'. Das 'Intervene' war ein Lobpreis- und Gebetsevent für Leute aus ganz Dorset (Dorset ist so etwas wie das Bundesland in dem ich hier bin). Viele Christen aus verschiedenen Kirchen und Gemeinden kamen im Fußballstadion in Dorchester zusammen um Lobpreis zu machen und für Dorset, sowie ganz Großbritannien zu beten. Man konnte echt die Gegenwart Gottes spüren. Ich liebe solche großen Lobpreisevents!

Vor circa zwei Wochen machten wir als Team mal wieder einen Ausflug nach Portland um einfach Zeit zusammen zu verbringen. Das ist sehr wichtig, da wir ja immer zusammen arbeiten und uns da manchmal auf die Nerven gehen können. Wir wanderten durch einen Wald und kamen in eine Bucht, wo wir uns erst einmal sonnten. Das Wetter wird gerade auch richtig schön, sodass man teilweise schon die Jacke ausziehen kann. Leider ist es nicht so warm wie in Deutschland.

Eine Challenge, die wir in den letzten Wochen als Team hatten, war POP, unser Kids Club, den wir jeden Donnerstag in Jonathans Kirche leiten. Mittlerweile kommen jede Woche zwischen zwanzig und dreißig Kinder. Leider fehlen uns immer noch Mitarbeiter, die helfen können. Außerdem ist die Gegend Littlemoor eher eine ärmere Gegend. Das Problem ist jedoch nicht die Armut an sich, sondern, dass die Kinder oft aus zerbrochenen Verhältnissen kommen. Sie werden zuhause einfach nicht genug geliebt und erzogen. Teilweise konnten wir nicht einmal Spiele spielen, da sie entweder nicht zuhörten, durch die Gegend rannten oder andere Kinder schlugen.

Das Ganze zehrt ziemlich an unseren Kräften. Deswegen wäre es schön, wenn ihr dafür beten könntet. Wir geben unser Bestes und überlegen auch permanent, wie wir die Lage verbessern können. Manchmal können wir nicht anders, als den schlimmsten Kids zu verbieten nächste Woche zu kommen. Wir wollen das natürlich nicht, da wir ihnen auch Gottes Liebe zeigen wollen, aber manchmal haben wir keine Wahl.

 

In den letzten acht Wochen hier in Weymouth werden wir uns als Team auf das nächste Jahr vorbereiten, also schon so viel wie möglich für das nächste Team, das Larissa leiten wird, vorbereiten. Jonathan wird in Weymouth bleiben und sich in Littlemoor (ein Dorf, das zu Weymouth gehört) um die bedürftigen Familien kümmern. Keira wird auch bleiben und als Pais-Mentor für die Teams in Weymouth und Exeter zu Verfügung stehen. Florian wird vermutlich ein Pais-Team in Deutschland leiten. Und ich werde vorraussichtlich an einer Uni studieren. Das ist der Plan.

Ich weiß, dass ihr vielleicht gern mehr Bilder von meiner Arbeit an sich sehen würdet, also Bilder von Kindern. Ich würde auch gern Bilder von Kindern in Schulen oder Kids Clubs machen, wenn ich könnte. Nur ist es so, dass es in England strenge Regeln dazu gibt. Man müsste eine unterschriebene Erlaubnis von den Eltern jedes Kindes haben um Fotos machen zu dürfen. Ihr könnt euch vorstellen, dass das in der Praxis kaum möglich ist und deswegen müsst ihr euch leider mit Fotos von Weymouth und meinem Team zufrieden geben. smile

Ihr dürft weiterhin für POP beten, aber auch für die restlichen Wochen, die wir als Team hier in Weymouth sind. Betet, dass wir die richtigen Vorbereitungen für das nächste Team treffen.

Wie ihr euch wahrscheinlich vorstellen könnt, wird dieser Blog hier im Sommer enden, da mein Auslandsjahr logischerweise vorbei sein wird. Vor kurzem habe ich einen neuen Blog erstellt, einfach weil ich gern schreibe und ich begeistert von Gott bin. Auf diesem Blog teile ich Gedanken über verschiedene Themen wie Glauben, Gemeinde, die Bibel und viel mehr. Wenn ihr wollt, könnt ihr dort mal rein schauen: www.annemarieschmidt.wixsite.com/fischernetz

Bis bald, eure Annemarie!

29April
2017

Zwei Wochen Urlaub!

Ostern ist vorbei und somit auch meine wunderschönen zwei Wochen Urlaub! Ich muss sagen, dass ich eine ganze Menge erlebt habe, also erzähle ich euch mal davon.

Am ersten Samstag meines Urlaubes (8.4.) fuhr ich erst einmal in die Innenstadt um shoppen zu gehen, Eis zu essen und einfach so den sonnigen, warmen Tag am Strand zu genießen. Am Sonntagabend bekam ich schließlich Besuch. Anja, die Cousine meiner Mutter, besuchte mich für drei Tage. Das war so ziemlich das erste Mal, dass ich sie sah, denn zuvor hatte ich sie noch nie getroffen. Wir machten ein paar schöne Ausflüge zusammen, unter anderem auch nach Portland. Außerdem zeigte ich ihr natürlich ganz Weymouth, samt Hafen und Strand. Das Wetter war fantastisch, sodass wir jeden Tag ein bisschen Zeit am Strand verbrachten. Zum Baden gehen war es jedoch zu kalt! laughing Am Mittwoch reiste Anja schließlich ab.

Am Karfreitag hieß es wieder Zimmer aufräumen, denn der nächste Besuch nahte – meine Familie! Ich war super aufgeregt, als Andy und ich mit dem Auto zum Flughafen in Bristol fuhren. Dort mussten wir nicht lange warten, denn der Flieger war schon gelandet. Aufgeregt starrte ich auf den Ausgang und wartete auf bekannte Gesichter. Und da sah ich sie! Meine Eltern und meine jüngste Schwester Lulu – meine mittlere Schwester Isa konnte aufgrund ihrer Arbeit leider nicht mitkommen. Wir fielen uns in die Arme und begrüßten uns. Seit Weihnachten hatten wir uns nicht mehr gesehen und es war schön, wieder mit ihnen zusammen zu sein. Wir fuhren die eineinhalb Stunden zurück nach Weymouth, wobei sich meine Familie erst einmal an die andere Straßenseite gewöhnen musste. Zuhause angekommen richteten sie sich alles ein, wir aßen Pizza und redeten über alles Mögliche.

Am Samstag darauf zeigte ich ihnen Weymouth. Ich fühlte mich schon langsam wie ein Touristenführer. Am darauffolgenden Sonntag gingen wir in die Kirche und ich versuchte, so gut wie es ging, alles zu übersetzen. Meine Eltern können zwar ein bisschen Englisch, aber nicht so gut um alles zu verstehen. Trotzdem gefiel ihnen der Gottesdienst sehr.

In den folgenden Tagen unternahmen wir verschiedene Sachen. Einmal fuhren wir nach Portland und wanderten den Küstenweg entlang bis runter zum Chesil Beach. Manchmal gingen wir shoppen oder erkundeten die Gegend rund um den Hafen. Oder wir chillten einfach nur am Strand und aßen Eis. Eigentlich machten wir gar nicht so viel, denn da wir kein Auto hatten, mussten wir mit dem Bus fahren und konnten wir keine weiten Ausflüge unternehmen. Schön war es trotzdem. Für uns war es nicht wichtig, so viel wie möglich zu sehen, sondern einfach Zeit miteinander zu verbringen.

 

An einem Tag veranstalteten wir einen 'deutschen' Abend. Florians Familie war nämlich auch gerade in Weymouth, also luden wir sie plus Jonathan ein. Davor waren wir noch einkaufen gegangen und hatten sämtliche Zutaten für deutschen Kartoffelsalat und Co. gekauft. Wir hatten sogar richtige deutsche Würstchen gefunden! Meine Mutter hatte außerdem zwei selbstgebackene Brote aus Deutschland mitgebracht, sowie selbstgemachte Pralinen (die ich natürlich ganz schnell auf aß)! tongue-out

Was ich auch sehr genoss, war Zeit mit meiner Schwester zu verbringen. Abends hieß das meistens Filme auf Netflix anschauen und dabei Ben&Jerry's Eiscrème essen! An einem Abend gingen wir auch mal ins Kino zu Beauty And The Beast. Ein wunderschöner Film, den man echt gesehen haben muss! Generell liebe ich es Zeit mit meiner Familie zu verbringen und der Urlaub mit ihnen fühlte sich fast wie ein typischer Familienurlaub an. Es tat so gut ein Stückchen Heimat um sich zu haben und gemeinsam über neue Familien-Insider-Witze zu lachen.

Der 22. April war noch ein ganz besonderer Tag, nämlich mein Geburtstag! Ich wurde 19 Jahre alt. Am Morgen gingen wir in der Innenstadt bei Zizzy's Pancakes essen, zusammen mit Keira, meiner Teamleiterin. Nach dem großen Frühstück zogen wir uns zuhause um und machten uns fertig, denn wir gingen auf eine Hochzeit. Ein Paar heiratete in St Aldhelms und das wollten wir uns nicht entgehen lassen (wie oft bekommt man schon eine britische Hochzeit zu sehen?). Hier in England ist es übrigens nicht unüblich, dass Frauen Hüte oder andere hutähnliche Kopfbedeckungen tragen, wie man sie vom Königshaus kennt. Typisch britisch eben, sieht aber toll aus!

Am Tag danach hieß es dann leider schon Abschied nehmen. Wir fuhren wieder zum Flughafen nach Bristol, wo wir uns unter Tränen 'Tschüß' sagten. cry Abschied nehmen ist für mich immer schwer, aber trotzdem war es eine wunderschöne Zeit mit meiner Familie und ich bin froh, dass sie mich besucht haben.

Danke für eure Gebete! Keira hat ihr Visum bekommen und ist seit ein paar Wochen wieder zurück! Dafür könnt ihr dieses Mal beten:

  • Die Kinder, die zum Kids Club POP kommen brauchen sehr viel Liebe. Betet, dass Gott uns viel Liebe, Kraft und Weisheit für die Kinder und den Kids Club gibt.

  • Ich bin dabei mich an Unis zu bewerben. Ihr könnt dafür beten, dass alles klappt, ich irgendwo angenommen werde und Gott meine Zukunft segnet.

Bis bald, eure Annemarie!

 

01April
2017

Aussicht auf das Meer und baldigen Urlaub!

Es ist schon April! Die Zeit vergeht so schnell und jetzt sind es nur noch dreieinhalb Monate, bis ich zurück nach Deutschland gehe! Nun aber erst einmal zu den Neuigkeiten!  (unten: zwei Bilder vom Hafen)

Nachdem wir bei den ersten Malen mit dem Kids Clubs POP Probleme hatten, kommen wir nun besser zurecht. Wir haben einiges umstrukturiert, sodass die Kinder z.B. mehr spielen können und weniger Zeit zum still dasitzen haben. Leider mussten wir ein paar Kinder ausschließen, da ihr Verhalten auch für die anderen Kinder nicht schön war. Mein Lieblingspart bei POP ist das kleine 'Theaterstück'. Jede Woche schreiben wir extra dafür einen Skript, was ich meistens übernehme, da ich gern schreibe. Bisher haben wir schon Noah, William Tindale, Abraham und Amy Carmichael behandelt. Letzten Donnerstag durfte ich in die Rolle der Amy Carmichael, einer Missionarin in Indien schlüpfen. Und dabei schlüpfte ich auch in ein tolles Kostüm – ein Sari. In Indien tragen die Frauen Saris. Den Sari, den man auf dem Bild sieht, habe ich mir von Keira ausgeliehen. Sie hatte ihn aus Indien mitgebracht.

Letztens haben Florian und ich etwas im Hauskreis, den wir leiten, ausprobiert. Wir haben über 'Gaben des Heiligen Geistes und auf Gott hören' gesprochen und das Gehörte und Gelernte auch gleich in der Praxis ausprobiert. Oft beten wir und reden zu Gott, aber das kann schnell zum Monolog werden. Ich finde es auch wichtig, auf Gott zu hören. Das kann unterschiedlich aussehen. Manchmal gibt Gott jemanden ein oder mehrere Wörter, manchmal ein Bild, das einem plötzlich in den Kopf kommt. Wir haben uns also als Hauskreis in einen Kreis gesetzt und einer saß immer in der Mitte. Die anderen drumherum haben für denjenigen gebetet und still auf Gott gehört. Und Gott hat zu jedem gesprochen und jeder hat etwas von Gott empfangen. So konnten wir uns gegenseitig ermutigen. Ich z.B. konnte das Mädchen, das ich mentore und ich Glauben begleite, ermutigen. Sie hat sich entschieden sich taufen zu lassen und war sich dann ein wenig unsicher. Also hörte ich auf Gott und er teilte mir etwas Ermutigendes für sie mit, was ich ihr dann erzählen konnte. Es war echt toll, dass Florian und ich den Teenagern zeigen konnten, wie Gott durch jeden Menschen sprechen und jeden gebrauchen kann!

 

Vor einer Woche war das Wetter richtig gut – warm und Sonnenschein. Also haben Florian, Larissa und ich uns auf den Weg gemacht und sind nach Portland gefahren um ein wenig wandern zu gehen. Startpunkt war die St George's Church (Bilder oben) ziemlich weit oben auf Portland. Von da aus sind wir Richtung Küste gelaufen und hatten plötzlich eine wunderschöne Aussicht, die nicht ganz ungefährlich war. Aber es sah einfach fantastisch aus, also setzten wir uns hin, genossen den Ausblick auf das weite Meer und machten ganz viele Fotos! Dann liefen wir den Weg entlang, der sich Coast Path nennt. Der Weg verlief entland der Küste und links von uns ging es immer steil bergab! Schließlich kamen wir unten am Chesil Beach an, gönnten uns ein Eis und fuhren wenig später mit Bus Nummer 1 zurück nach Weymouth. Wenn man hier lebt und jeden Tag zur Arbeit geht, vergisst man oft, wie schön es hier eigentlich ist!

  

Ich muss nur noch eine Woche arbeiten und dann habe ich zwei Wochen frei! Zuerst kommt mich Anja, die Cousine meiner Mutter, besuchen. Und an Karfreitag kommen dann meine Eltern und meine jüngste Schwester Lulu besuchen! Ich freue mich schon mega darauf!!! laughinglaughing

Vielen Dank für all eure Gebete. Wie schon beschrieben kommen wir jetzt besser mit POP zurecht! Hier sind noch ein paar Gebetsanliegen:

  • Keira ist immer noch in den USA, weil ihr Visum noch nicht bestätigt wurde. Ihr könnt dafür beten, dass sie es bald bekommt und sie schnell zurück kommen kann!

  • Naürlich dürft ihr auch weiterhin für meine Arbeit und unseren Kids Club POP beten!

  • Und auch für Heilung dürft ihr beten, denn die Neurodermitis ist immer noch schlimm bei mir.

  • Ihr könnt auch für unser Team beten was die Zukunft betrifft. Ich persönlich weiß, dass ich in Deutschland studieren werde, aber bei den anderen sind die Zukunftspläne noch nicht ganz klar. Keira braucht vor allem einen Plan für das nächste Jahr und bei ihr ist es nicht so einfach, weil ihr Mann Inder und sie Amerikanerin ist. Auch Jonathan überlegt, wie genau er in Weymouth bleiben kann, Larissa wird wahrscheinlich ein zweites Jahr als Teamleiterin machen und Florian vielleicht ein zweites Jahr mit Pais machen, aber er muss sich zwischen zwei Ländern entscheiden.

Das wars auch schon wieder aus Weymouth! Bis bald, eure Annemarie! smile

P.S.: Wenn ihr mehr Bilder von meinem Ausflug nach Portland sehen wollt, geht hier auf meine Facebookseite! (Das geht auch, wenn man nicht auf Facebook angemeldet ist!) https://www.facebook.com/annemarie.in.england/?ref=aymt_homepage_panel

 

11März
2017

POP - Spring (into Life) ist da!

 Der Frühling ist endlich da! Ich liebe es, wenn man keinen dicken Schal mehr braucht, die Vögel draußen zwitschern und man die warmen Sonnestrahlen auf der Haut spüren kann! Seit meinem letzten Bericht ist wieder eine Menge passiert, deshalb fange ich mal an, zu erzählen...     (unten: Blick auf Portland)

Gleich nach SWAP durften wir unseren neuen Kids Club 'POP' (Kindertreffen) in Littlemoor (Dorf neben Weymouth) starten. POP findet in Jonathans Kirche St Francis statt. Das Konzept sieht so aus: Die Kids haben zu Beginn etwas Zeit zu spielen. Danach singen wir Lieder mit ihnen, spielen Spiele und dann gibt es so etwas wie ein Theaterstück, das wir jede Woche schreiben und aufführen. Dabei geht es um den Professor von Frieden (gespielt von Florian) und die Assistentin Suzy (gespielt von Larissa). Die beiden reisen jede Woche mit einer Zeitmaschine in die Vergangenheit und besuchen Leute aus der Bibel wie Noah oder auch andere inspirierende Menschen. Nach dem Theaterstück essen wir dann noch mit den Kindern. Beim ersten Mal hatten wir ungefähr neun Kinder, beim zweiten Mal zweiundzwanzig und am letzten Donnerstag waren es um die fünfundzwanzig Kids!  (unten: Mal ein Bild von Jonathans Kirche St Francis)

Neben einem neuen Kids Club leiten wir auch einen neuen Lunch Club (Mittagspausenclub) in einer Grundschule. Es ist ein musikalischer Lunch Club, in dem wir mit den Kindern Instrumente spielen und ein paar Songs einstudieren. Ziel ist es am Ende ein Assembly (Schülerversammlung) mit ihnen durchführen.

Jedes Jahr findet in den Schulen von Weymouth 'Spring into life' (Frühling ins Leben – auf Deutsch klingt das irgendwie seltsam) statt. Ende Februar kam also die Theatergruppe 'Saltmine' nach Weymouth und führte in vielen Grundschulen ein Theaterstück auf, in dem es um Gott und die Bibel von Adam bis zur Auferstehung Jesu ging. So erfuhren die Kinder etwas über den christlichen Glauben und was es mit Sünden und Jesus auf sich hat. Nachdem jede Schule das Theaterstück gesehen hatte, gingen das Pais-Team und einige andere Freiwillige als Teams in Schulen. Dort führten wir ein Assembly durch und sprachen noch einmal über das Theaterstück. Anschließend waren wir im Unterricht in den 5. und 6. Klassen mit dabei, wo wir mit den Kindern ein vorbereitetes Arbeitsblatt durchgingen. Insgesamt war es eine tolle Erfahrung.

Wir machen immer noch OpenTheBook in Grundschulen, also stellen eine Bibelgeschichte schauspielerisch dar. Hier sind mal zwei Bilder vom Tag, an dem ich Rahel gespielt habe und mit Jakob verheiratet wurde. So sehen übrigens unsere Kostüme aus:

Den Hauskreis, den ich montagabends bei mir zuhause habe, leite ich jetzt zusammen mit Florian, da neben einem Mädchen immer vier Jungs kommen und wir so viel mehr Ideen haben. Dieser Hauskreis ist eines der Dinge, die ich am meisten an meiner Arbeit mag. Die fünf Teenager sind immer interessiert und ich merke, dass ich dort in meiner Arbeit richtig effektiv sein kann. Vor kurzem haben wir begonnen, über Gebet und Lobpreis zu reden und das Ganze auch gleich praktisch angewandt. Demnächst werden wir über das Abendmahl und Gaben des Heiligen Geistes reden. Es macht Spaß den Teens solche Themen näher zu bringen und sie für den Glauben zu begeistern. Alle fünf sind im Durchschnitt übrigens fünf Jahre jünger als ich, also ungefähr so alt wie meine jüngste Schwester.

Danke für all eure Gebete! Wir konnten unsere ganzen Pläne gut umsetzen. Dafür dürft ihr dieses Mal beten:

  • Zurzeit sind wir nur zu viert im Team. Keira ist in die Vereinigten Staaten geflogen, da ihr Bruder heiratet. Leider wird sie noch bis Ende März bleiben müssen, da sie ein verlorenes Dokument neu beantragen muss. Es wäre schön, wenn ihr dafür beten könntet, damit sie bald wieder zurück kommen kann!

  • Wir haben den Kids Club POP gut gestartet. Allerdings sind die Kinder teils aus schwierigen Verhältnissen, was uns die Durchführung manchmal etwas erschwert. Betet, dass wir gute Ideen und viel Liebe für die Kinder bekommen!

  • Ich leide, schon seit ich klein war, an Neurodermitis, einer Hautkrankheit, und zurzeit ist es besonders schlimm. Ihr könnt hier für Heilung beten!

Bis bald! Eure Annemarie

P.S.: Tut mir leid, dass ich dieses Mal nicht viele Bilder hatte. Es werden mehr beim nächsten Mal!

 

07März
2017

Haverim - eine ganze besondere Art die Bibel zu studieren! (Teil 2)

 Nach den ersten beiden Levels von Haverim kommen wir nun zum 3. und 4. Level. Diese beiden Levels sind ein wenig anders als die ersten beiden, aber trotzdem super. Falls du noch nichts über die ersten beiden Level gelesen hast, folge diesem Link: http://annemarie-in-england.auslandsblog.de/haverim-eine-ganze-besondere-art-die-bibel-zu-studieren-teil-1/

 

3. Level – Gibt es eine andere Perspektive?

Das 3. Level von Haverim ist das 'kreative' Level. Es geht darum, sich mit dem Bibeltext auseinanderzusetzen und ihn aus einer anderen Perspektive zu sehen. Man kann ganz verschiedene kreative Sachen machen und ich werde euch mal ein paar Beispiele zeigen!

  • Man kann sich seine Bibelpassage vornehmen und sich ein Wort überlegen, dass das Ganze gut zusammenfasst. Dann schreibt man das Wort auf und schreibt etwas hinter jeden Buchstaben:

    Ein Körper/ein Leib

    Immer zusammen und vereint

    Null Spaltung

    Himmel

    Einheit in Jesus

    In der Gemeinde

    Trägt durch Probleme und schwere Zeiten

  • In den Briefen von Paulus und anderen findet man oft ganz viele Ratschläge. Als Team haben wir uns einmal mit einem Text beschäftigt und dann als kreative Aufgabe eine (fikitive) E-Mail an unsere Gemeinde geschrieben. Dabei haben wir uns mit dem Text auseinandergesetzt und überlegt, welche ähnlichen Probleme eine Gemeinde in der heutigen Zeit haben könnte. Darauf hin haben wir dann der Gemeinde das Gelernte als Ratschlag weitergegeben.

  • Als wir einmal die Gescichte des verlorenen Sohnes behandelt haben, haben wir das Ganze schauspielerisch dargestellt, sodass wir die Geschichte aus der Sicht von unterschiedlichen Personen betrachten mussten.

  • Man kann auch einen kurzen Monolog aus der Sicht einer Person schreiben. Das eignet sich besonders gut für Geschichten, z.B. was hat Jona gedacht, als er im Bauch des Fisches war? Oder man schreibt oder überlegt sich ein Gebet, das eine Person zu Gott betet. Was könnte David zu Gott gebetet haben, kurz bevor er sich auf den Weg zu Goliath gemacht hat?

  • Manchmal kann man sich auch die Bibelpassage anschauen, darüber nachdenken und dann mit Google nach einem Bild suchen, das man passend für die Passage findet. Wr machen das öfters als Team. Jeder sendet dann sein Bild (oder 2 Bilder) in den gemeinsamen Whatsapp-Chat und danach erzählen wir, warum wir das Bild gewählt haben.

Es gibt unendliche viele Möglichkeiten und ich habe längst nicht alle genannt. Wenn ihr eigene Ideen habt, nutzt sie gerne. Schließlich ist es das kreative Level.

 

4. Level – Was sagt Gott?

Das 4. Level ist keine vorrangige Gruppensache, denn es geht nur um die Beziehung zwischen Gott und dir! Wenn man trotzdem einen neuen Gedanken hat, kann man ihn natürlich mit der Gruppe teilen!

Während dieses Levels wird man still, denkt über den Text nach, betet und hört auf Gott. Hier sind ein paar Fragen, die man stellen kann:

  • Gott, was verstehe ich von dieser Passage noch nicht?

  • Was möchtest du mir mit dieser Stelle sagen? Was bedeutet sie für mich und mein Leben?

  • Wie kann ich das Gelernte umsetzen? Wo kann ich etwas in meinem Leben ändern?

Wenn man sich noch einmal mit einer bestimmten Stelle beschäftigen will, kann man das gerne tun. Man kann sich auch als Gruppe zusammen setzen und füreinander beten. Bei diesem Level kann man da sehr frei sein.

 

Das waren die letzten beiden Levels von Haverim und damit war es das schon. Ich hoffe, euch hat es gefallen und vielleicht probiert ihr es mal aus, denn mit Haverim entdeckt man viel mehr, als wenn man den Bibeltext nur einmal schnell liest!

Bis bald, eure Annemarie!

 

25Februar
2017

Haverim - eine ganze besondere Art die Bibel zu studieren! (Teil 1)

Wer kennt das nicht – man schlägt die Bibel auf, liest ein Stückchen, vielleicht einen Abschnitt oder ein Kapitel, und schlägt dann die Bibel wieder zu. So habe ich das häufig gemacht, doch als ich zu Pais gekommen bin, habe ich eine neue Art des Bibelstudiums kennengelernt und ich möchte es gern mit euch teilen!

Diese Art des Bibelstudiums nennt sich Haverim, was soviel bedeutet wie "mit Freunden zusammen die Bibel lesen", denn darum geht es bei Haverim – die Bibel zusammen mit anderen studieren und so viel über einen Text lernen. Natürlich kann man es auch alleine machen, aber ich habe gemerkt, dass man in einer Gruppe viel mehr über einen Bibeltext erfährt (vielleicht willst du mit ein paar Freunden oder deiner Familie zusammen die Bibel studieren!)

Haverim besteht aus vier Levels und heute werde ich euch die ersten zwei vorstellen, im nächsten Blogeintrag dann das 3. und das 4. Level.

Bevor man anfängt, braucht man natürlich noch eine Bibelstelle. Wir als Pais-Team lesen meistens ein Kapitel am Stück. Ein Kapitel eines Buches aus der Bibel ist eine gute Textlänge (wenn es nicht gerade Psalm 119 ist laughing). Ich werde Haverim übrigens nicht an einem bestimmten Beispiel erklären, sondern verschiedene Beispiele einfließen lassen, damit ihr es auch gut versteht. Ich persönlich brauche immer Beispiele um etwas besser nachvollziehen zu können. Ich werde versuchen es so gut wie es geht zu erklären und es einfach zu halten. Und ich hoffe auf jeden Fall, dass ihr Haverim vielleicht mal ausprobiert!  (Bild unten: Haverim - wie man alles mit jedem studiert)

 

1. Level – Was ist das größere Bild?

Im ersten Level geht es um den Hintergrund und den Kontext einer Bibelpassage. Nachdem du das Kapitel oder die Bibelstelle gelesen hast, kannst du mithilfe einiger Fragen den Hintergrund des Textes ergründen (Als Gruppe macht es sich gut, wenn jeder sich ein paar Versen widmet, anstatt dem ganzen Kapitel). Hier sind ein paar Fragen, die du stellen kannst:

Wer hat das geschrieben? Warum hat er es geschrieben? Wo war der Autor als das geschrieben wurde? Was weiß ich über die Personen, über die geschrieben wird? Was könnten die Sitten und Bräuche dieser Zeit über den Bibeltext aussagen? Kann ich historisch oder archäologisch gesehen etwas über den Bibeltext erfahren? Was weiß ich über die beschriebenen Orte?

Hier sind ein paar verschiedene Beispiele:

Wer hat die Psalmen geschrieben? Warum hat Paulus den Brief an die Römer geschrieben? Wo war Paulus, als er einen Brief an die Philipper schrieb? (->nämlich im Gefängnis) Was weiß ich über die Jünger mit denen Jesus unterwegs war? Was bedeuten ihre Namen? (Die Namen in der Bibel hatten immer eine oft auch wichtige Bedeutung!)

Was für Sitten gab es zu Jesu Zeiten? (Denk an die Geschichte, als Jesus seinen Jüngern die Füße wusch – warum? Weil die Wege staubig waren und man beim Essen am Tisch lag. Da war Hygiene sehr wichtig!) Welche Rolle hatten Frauen zu Jesu Zeiten? (Heutzutage sind Männer und Frauen gleichberechtig, aber man muss daran denken, dass das nicht immer so war, wenn man einen Bibeltext studiert, der zum Beispiel etwas über Frauen aussagt.)

Was weiß ich über Nazareth und Bethlehem? (Geh zu Google Maps, schau wieviele Kilometer zwischen den beiden Orten liegen und finde heraus, wie lange es für Josef und Maria gedauert haben müsste von A nach B zu kommen!) Was für eine Stadt war Korinth? (Wusstest du, dass Korinth ein richtiges multikulturelles und -religiöses Handelszentrum war?)

Manchmal ist es auch hilfreich die Bedeutung von Wörtern nachzuschauen. Wenn du dich fragst, was 'in Zungen reden' bedeutet, finde es heraus!

Um Antworten auf all die Fragen zu finden, braucht man natürlich auch Hilfsmittel. Hier sind ein paar, die dir helfen können:

  • Bibellexikon

  • Internet (Wikipedia, bibletext.com)

  • Bibelkommentare (die sind echt hilfreich,nur zu empfehlen!)

  • Bibel (Hinweise am unteren Rand, Sacherklärungen am Ende)

Während jeder in Stille seine Bibelverse erforscht, kannst du dir gern Notizen machen, denn wenn alle fertig sind, wird zusammen getragen. Jeder sagt, was er herausgefunden hat und teilt es mit den anderen. Denk daran, es geht nicht darum Wissen anzuhäufen, sondern den Bibeltext besser zu verstehen!  (Bild unten: Haverim als Team)

 

2. Level – Wo kann ich noch schauen? Gibt es Verbindungen?

Im 2. Level geht es um Querverweise und biblische Prinzipien. Hier gibt es wieder ein paar Fragen, die du dir stellen kannst:

Gibt es eine vorherige Geschichte, Passage oder Prophezeiung ist damit verbunden? Weist der Autor auf ein anderes biblisches Ereignis oder eine Prophezeiung hin? Erkenne ich ein biblisches Prinzip oder Muster? (Ein Prinzip ist etwas, was immer gilt und sich nicht verändert)

Und damit das Ganze nicht so theoretisch und unvorstellbar klingt, gibt es hier wieder ein paar Beispiele:

Gibt es Bibelstellen, die auf Jesus hinweisen? (Ab Jesaja 52,13 finden wir eine Prophezeiung über Jesus, wenn man sich die Stelle genauer anschaut.) Gibt es Gleichnisse, die 'Der verlorene Sohn' ähneln? (In der Tat, sogar zwei: 'Das verlorene Schaf' und 'Die verlorene Münze') Wenn ich eine Bibelstelle über Gottes Liebe lese, kenne ich in der Bibel Beispiele für diese Liebe? (z.B. Liebe zwischen Vater und sein Kind; Jesu Kreuzigung,..) Wenn ich über die Sättigung der 5000 oder Petrus' Befreiung aus dem Gefängnis lese, entdecke ich ein biblisches Prinzip? (Ein biblisches Prinzip wäre hier: Suche zuerst nach dem Reich Gottes, dann wirst du mit allem Nötigen versorgt werden.) Welches biblisches Prinzip erkenne ich, wenn ich im 1. Korinther über die Warnung vor Spaltungen in der Gemeinde lese? (Hier wäre ein einfaches Prinzip: Gott hasst Spaltungen und liebt Einheit, weil er ein Gott der Einheit ist.)

Im Neuen Testament wird manchmal auch auf Mose oder Abraham hingewiesen. Da hat man es dann ganz einfach. In vielen Bibel gibt es am unteren Rand auch Querverweise zu anderen Bibelstellen, die etwas mit dem Bibelvers gemeinsam haben. Man kann auch im Internet z.B. unter www.bibeltext.com viele Querverweise finden!

Wenn jeder fertig ist, wird wieder ausgetauscht. (Bild unten: Bibelstudium 2. Level zu 1. Korinther 11 - so könnte es aussehen - übrigens ein echtes Beispiel von mir)

 

Das waren die ersten zwei Level von Haverim. Vielleicht bist du jetzt erst einmal überwältigt und vielleicht klingt das zu kompliziert, aber das ist es gar nicht. Im Prinzip geht es nur darum den Bibeltext besser zu verstehen. Mit den ersten beiden Levels erreicht man das, indem man sich den Hintergrund genauer anschaut und nach ähnlichen Ereignissen oder Hinweisen sucht.

Du musst übrigens nicht alle Fragen der Reihe nach beantworten. Mach es so, wie du es willst. Wenn dir nur ein einziger Gedanke zu dem Bibeltext kommt, ist das völlig okay, denn mir ging es auch manchmal so. Aber wenn man sich nach dem Bibelstudium als Gruppe austauscht, wirst du sehen, dass viele Gedanken zusammen ein größeres Verständnis bringen!

Noch schnell zum Thema "Wie lange dauert ein Level?": Als Team nehmen wir uns immer ein Level pro Tag vor. Normalerweise dauert ein Level eine halbe bis eine Stunde. Man kann auch zwei Level zusammen machen, also das 1. und 2. Level zusammen und später die letzten beiden Level. Nimm dir einfach soviel Zeit, wie du brauchst!

Hier geht es weiter zum Teil 2: http://annemarie-in-england.auslandsblog.de/haverim-eine-ganze-besondere-art-die-bibel-zu-studieren-teil-2/

Bis bald! smile

 

P.S.: Wenn ihr Fragen habt, schreibt mir gerne!

E-Mail: annemarie22schmidt@gmx.de

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